Immobilienfirma in früherer Pharmazie

28Februar

Immobilienfirma in früherer Pharmazie

Jürgen Stracke in früherer „Apotheke am Museum“

Mitte (Gün). Das Haus hat Geschichte. Vor 100 Jahren wurde es an der Coblenzer Straße erbaut. Heute heißt die Straße nach Artur Ladebeck, dem ersten frei gewählten Nachkriegsbürgermeister.

Vor dem Krieg wohnte der jüdische Arzt Dr. Vernhard Mosberg darin. Zusammen mit seiner Familie emigrierte er 1938 in die Niederlande. Die Nazis überfielen das Land und deportierten die jüdischen Bewohner. Mosberg und seine Famile wurden im KZ Auschwitz ermordet. Heute erinnert an ihn noch eine Straße zwischen der Stadtheider- und der Schillerstraße in Schildesche. Vor dem Haus an der Artur-Ladebeck-Straße 6 sind drei Stolpersteine mit den Lebensdaten in die Straße eingelassen.

Das Haus wurde im Krieg zerstört und dann wieder aufgebaut. Mehrere Ärzte hatten ihre Praxen in dem Gebäude. Deswegen kam nach dem Krieg auch die Apotheke dahin. Die Pharmazie hieß „Apotheke am Museum“. Gemeint war das alte Naturkundliche Museum im Museumsgarten, das es schon lange nicht mehr gibt. Heute sind in dem Haus keine Arztpraxen mehr und deshalb ist auch der Apotheke die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Seit rund drei Jahren ist sie ausgezogen. Zwischenzeitlich war hier ein Kiosk angesiedelt, sagt Hans-Helmut Kebschull, dem seit rund 20 Jahren das Haus gehört.

Anfang April wird der Immobilienkaufmann Jürgen Stracke (39) mit zwei Mitarbeitern in die 150 Quadratmeter großen Räume auf zwei Etagen einziehen. Derzeit werden die Räume innen modernisiert. Stracke war zuvor sieben Jahre geschäftsführender Gesellschafter bei Kramer-Immobilien.

Neue Westfälische, 28.02.2007

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