Immobilienpreise in OWL ziehen rasant an

21November

Immobilienpreise in OWL ziehen rasant an

Hohe Nachfrage in wirtschaftsstarken Zentren und rund um Universitätsstandorten

Bielefeld. Immobilien werden in Deutschland immer teurer. Betroffen sind zunehmend auch mittelgroße Städte. Allein im dritten Quartal 2013 stiegen die Preise für Wohnimmobilien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent, wie der Verband Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) ermittelte. Die Landesbausparkasse bestätigt diesen Trend, verzeichnet auch in Bielefeld, Paderborn und Gütersloh Preissprünge von rund 5 Prozent – und mehr.

Hauptgrund für die anziehenden Preise sei die hohe Nachfrage „in prosperierenden Metropolregionen und bedeutenden Universitätsstädten“, erklärte der vdp. Angesichts der bereits sehr hohen Kaufpreise an den Top-Standorten rückten nun auch zunehmend „wirtschaftsstarke Mittelzentren“ in den Fokus der Kapitalanleger, so vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. „Der Bielefelder Westen ist ausverkauft“, konstatiert Adalbert Wrobel, LBS-Gebietsleiter. Gebrauchte Einfamilienhäuser mittlerer Preisklasse seien in guten Wohnlagen wie Schildesche, Gellershagen und Uni-Nähe sogar um zehn Prozent teurer geworden. In Jöllenbeck und Heepen seien die Preise um 5 Prozent gestiegen. „Die Universität mit dem neuen Campus hat einen richtigen Schub gebracht“, sagt Jürgen Stracke, Vorstandsmitglied beim Immobilienverband IVD West.

Bei Eigentumswohnungen blieben die Preise in Bielefeld laut Wrobel zuletzt auch in guten Lagen stabil. Gebrauchte Mehrfamilienhäuser wurden in guten Lagen um 5 Prozent teurer. Anzeichen für eine Immobilienblase sieht Wrobel nicht. „Es werden ja nicht alle Immobilien teurer.“ Private Käufer, die wegen der Niedrigzinsen ihr Geld in Immobilien stecken, wünschten eine wertstabile Lage und energieeffiziente Gebäude. In nicht begehrten Lagen gebe es für unsanierte Objekte teilweise auch Preisabschläge. „Ältere Häuser aus den 50er Jahren, bei denen die Sanierung teurer als ein Neubau wäre, werden eher abgerissen.“ Eine alte Villa in Toplage werde dagegen als „Perle“ herausgeputzt, so Wrobel.

Auch Neubauten sind teurer. Ein energieeffizienter Neubau (KfW 70) kostet laut Wrobel jetzt 1.400 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter (früher ohne Energieeffizienz: 1.200 Euro).

In Gütersloher Top-Lagen wie dem Stadtpark gibt es laut LBS für Wohnimmobilien inzwischen Aufschläge von 15 bis 20 Prozent. „Da gibt es schräge Preise für Villen und Eigentumswohnungen, die mit dem realistischen Markt nichts zu tun haben“, betont LBS-Gebietsleiter Andreas Stöppler. Die Preise würden teils von nicht ausgebildeten Maklern künstlich in die Höhe getrieben, klagen gestandene Branchenvertreter.

Preisanstieg auch in der Universitätsstadt Paderborn: In herausragenden Lagen wie Süd- und Kernstadt fehlt laut LBS das Angebot. Dort gebe es Preissteigerungen von 5 Prozent und mehr. Ein Neubau koste hier 3.000 Euro pro Quadratmeter und mehr. „Der Markt im Inneren Ring ist leer gefegt.“ In Detmold ist die Nachfrage in der Innenstadt und manchem Vorort größer als das Angebot. Kostete ein zehnjähriges Einfamilienhaus in Pivitsheide früher 230.000 Euro, „gibt es heute fünf Interessenten, die 255.000 Euro ohne Feilschen akzeptieren“, sagt LBS-Gebietsleiter Christian Hantke.

von Andrea Frühauf

Neue Westfälische, 21.11.2013

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