Meistens bestimmt die Frau

10März

Meistens bestimmt die Frau

15. Immobilientage eröffnet / Organisatoren erwarten rund 10.000 Besucher

Bielefeld. Bürgermeisterin Karin Schrader (SPD) schaffte eine elegante Überleitung vom großen Weltfrieden zum lokalen häuslichen Frieden.Bei der Eröffnung der 15. Immobilientage am Freitag in der Stadthalle sagte sie, es seien mehrheitlich die Frauen, die entscheiden würden ob, wann und was für eine Immobilie gekauft werden soll.

Schrader sagte bei ihrer Eröffnungsrede, die zufällig auf den Weltfrauentag fiel, weiter, sie habe sich nicht im Redemanuskript geirrt, aber wissenschaftliche Studien würden den Frauenanteil bei der Hauskaufentscheidung mit 60 bis 80 Prozent angeben. Organisator Rolf Herrmann machte darauf aufmerksam, dass die Geldanlage in Immobilien in Zeiten mit einer „Eins“ vor dem Komma bei Kreditzinsen und einer „Null“ bei Guthabenzinsen richtig Fahrt aufnähme. Die Organisatoren erwarten rund 10.000 Besucher.

Seit 1999 veranstalten Herrmann und Jochen Beck die Immobilientage in der Stadthalle. Zum ersten Mal in diesem Jahr ist die Ausstellungshalle neben der großen Halle neuer Messeschauplatz. In der kleinen Halle ist die Ausstellung „Rund um’s Haus“ zu sehen. Hier geht es um dieThemen „Renovieren, Sanieren und Energie sparen“. Beck und Herrmann sprechen von einer Riesen-Auftragswelle, was die aktuelle Situation im Bereich der energetischen Sanierung betrifft.

Die Bielefelder CDU-Bundestagsabgeordnete und Präsidentin der Handwerkskammer, Lena Strothmann, sagte, drei Viertel der Häuser seien in einem Alter, in dem renoviert werden müsse. Das Handwerk erlebe derzeit einen Boom, von dem sie hoffe, dass er noch ein wenig anhält.

In der Ausstellungshalle beraten Elektro-, Sanitär-und Baubetriebe, aber auch Stadtwerke, Schornsteinfeger und die Tischlerinnung. Gerade hier ging es um das Thema „Sicher wohnen, sicher leben“.

Die Bielefelder Polizeipräsidentin Katharina Giere wechselte für einen Moment die Seiten und versuchte sich mit einem stabilen Schraubendreher als Einbrecherin. Sie hatte Schwierigkeiten, das Fenster, das noch nicht einmal gut gesichert war, aufzubekommen. „Das geht ja anne Ehre“, sagte sie und versuchte es unter Anleitung von Tischler-Obermeister Frank Wulfmeyer gleich noch einmal. Es klappte schon besser. Bei dem gut gesicherten Fenster hatte sie keine Chance.

Die Immobilientage sind am heutigen Samstag und morgigen Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

„In Bielefeld gibt es keine Immobilienblase“

Bielefeld. Mit Jürgen Stracke, Chef von Stracke-Immobilien und Mitglied im Immobilienverband Deutschland-West, sprach NW-Redakteur Thomas Güntter.

Ist Betongold noch ein Thema?
STRACKE: Mehr denn je. Die Menschen haben Inflationsängste und die Zinsen sind historisch niedrig. Trotzdem gibt es in Bielefeld keine Immobilienblase.

Was wirft eine Immobilie an Zinsen ab?
STRACKE: Fünf bis acht Prozent.

Wer sucht Immobilien?
STRACKE: Ganz unterschiedlich. Der Markt ist sehr bewegt und die Preise steigen. Besonders gefragt sind gute Stadtlagen und gute stadtnahe Lagen.

Heißt was?
STRACKE: In die guten Stadtlagen gehen häufig Ältere, die über entsprechende Mittel verfügen. Die wollen den Fahrstuhl und die hochwertige Ausstattung.

Wie groß sind diese Wohnungen?
STRACKE: 130 bis 150 Quadratmeter.

Der Preis?
STRACKE: 300.000 bis 500.000 Euro.

Und die stadtnahen Lagen?
STRACKE: Die sind bei Familien mit Kindern sehr beliebt.

Wo liegen die Preise für Häuser?
STRACKE: Ab 250.000 bis 300.000 Euro je nach Lage – nach oben offen. Doppelhaushälften sind auch schon für unter 200.000 Euro zu kriegen.

Was ist mit Mietwohnungen?
STRACKE: Unverändert, aber leicht steigend. Sozialwohnungen fehlen.

Wo liegen hier die Mieten?
STRACKE: Eine normale Miete würde ich mit 5,20 bis 5.50 Euro/qm ansetzen. Aber auch hier sind die Grenzen nach oben offen.

von Thomas Güntter

Neue Westfälische, 09./10.03.2013

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