„Mietpreisbremse kann Nachteile haben“

22April

„Mietpreisbremse kann Nachteile haben“

KURZ GEFRAGT: Jürgen Stracke, Sprecher des Immobilienverbandes

Bielefeld. Der Immobilien-Kaufmann Jürgen Stracke (47) ist zum dritten Mal zum Sprecher des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) für den Bereich OWL gewählt worden. Mit dem Makler sprach Redakteur Sebastian Kaiser.

Herr Stracke, Sie sind auch Ansprechpartner für Verbraucher. Was heißt das?
STRACKE: Ich gebe etwa Auskünfte dazu, welche Verträge ortsüblich sind, welche Standesregeln gelten oder kann Experten für bestimmte Bereiche benennen.

Demnächst wird neu geregelt, wer Provisionen an Makler bezahlen muss. Was ändert sich?
STRACKE: Im Sommer, im Juni oder Juli, soll ein neues Gesetz beschlossen werden, das dem Bestellerprinzip Geltung verschafft. Es wird jedoch nur für den Mietbereich gelten. Vorgeschrieben wird, dass die Gebühr von zwei Monatsmieten für die Vermittlung einer Wohnung nicht mehr vom Mieter, sondern vom Vermieter, der den Makler beauftragt hat, bezahlt werden muss.

Führt das nicht dazu, dass Vermieter die Courtage einkalkulieren und mehr Miete verlangen?
STRACKE: Preiserhöhungen lassen sich am Markt nicht so einfach durchsetzen. Kunden vergleichen, etwa mit Hilfe des Mietspiegels, an dem auch der IVD mitarbeitet.

Welche Lösung hätten Sie vorgeschlagen?
STRACKE: Ich hätte mir eine Teilung der Provision vorstellen können: Mieter und Vermieter zahlen je die Hälfte – beide erhalten ja auch eine Leistung. Das wird übrigens in Bezug auf den Verkauf von Immobilien so bleiben: Käufer und Verkäufer zahlen je 3,57 Prozent des Kaufpreis.

Wann kommt die Mietpreisbremse in NRW?
STRACKE: Die Landesregierung muss die Regionen noch benennen; in denen diese Regelung gelten soll. Ich gehe davon aus, dass Bielefeld dabei ist.

Was sind die Folgen?
STRACKE: Es kann auch Nachteile geben, etwa als Investitionsbremse im Neubaubereich. Das würde dann zu knapperem Wohnraum führen. Am Markt erzielbare Mietpreise sollten möglich sein.

Neue Westfälische, 22.04.2015

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